Herpesvirus

2. März 2021 (Quelle: Pferdeklinik in Parsdorf GmbH)

 

Aus brandaktuellem Anlass sowohl im Großraum München als auch auf internationaler Ebene (in Valencia) möchten wir euch heute über das Equine Herpesvirus 1 ( #EHV-1) informieren.

Das Equine  Herpes Virus 1 kommt weltweit vor u ist eng verwandt mit dem EHV-4 Typ. Bei einem Ausbruch kommt es jedoch bei EHV-4 in der Regel nur zu Atemwegserkrankungen, wohingegen es bei dem gefürchteten EHV-1-Typ zu Aborten oder neurologischen Störungen kommen kann. Im schwersten Verlauf führt dies zu einer Myeloencephalitis, welche durch Gefäßschädigungen im Rückenmark und Gehirn entsteht.

Neurologische Symptome können sein:

- plötzlicher Beginn mit rascher Verschlechterung binnen 48 h

-  Fieber (38,5-41°C)

- Hinterhandschwäche, Zehenschleifen

- Kopfschiefhaltung

- Ataxie (gestörte Bewegungskoordination) auch vor allem in der Hinterhand

- Inkontinenz und/oder Kotabsatzprobleme

- Respirastorische Symptome (wie EHV-4)

Wie wird es übertragen?

Das Virus wird über Nasen-und Augenausfluss infizierter Tiere übertragen, sowie über infiziertes fetales Material.

Jedoch ist auch eine Infizierung durch Tröpfcheninfektion direkt von einem Pferd auf das nächste möglich.

Diagnose?

Neben den klinischen Symptomen werden bei den Pferden Nasentupfer  und/oder serologische Blutuntersuchungen auf Antikörper durchgeführt.

Bei Aborten werden Fetus und Plazenta an die Pathologie geschickt.

Was könnt ihr als Besitzer vorbeugend tun?

Unsere Empfehlung: Impfen!

Erwiesenermaßen schwächt eine Impfung klinische respiratorische Symptome ab und reduziert die Virusausscheidung. Durch die verminderte Ausscheidung wird die Häufigkeit von Aborten

vermindert.

Was ist bei einem Ausbruch zu tun?

- (Noch) klinisch unauffällige Pferde von den erkrankten Pferden trennen!

Wie? Durch die drei i-Formel: identify (erkennen), investigate (Erregernachweis) und isolate (Isolierung) - #HYGIENE #HYGIENE #HYGIENE- Kein Pferd verlässt den Betrieb bis der Tierarzt die Freigabe gibt.

Wir wissen, dass das ein schwieriges Thema ist und es viele Pferdebesitzer in Angst versetzt. Trotzdem: kühlen Kopf bewahren! 

 

Sprecht euch mit eurem Tierarzt ab und fragt bei Unsicherheiten nach.